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Klimawandel – Was kommt auf Südtirol zu? |
Vorausgeahnt, prophezeit und spekuliert: Statt über das Wetter wird mittlerweile gern über den Klimawandel gesprochen. Doch was kommt in Südtirol genau auf uns zu? Können Wissenschaftler wirklich in die Zukunft schauen? Inwieweit können und müssen wir uns an die Folgen des Klimawandels anpassen? Vier Institute der EURAC haben dazu drei Jahre lang geforscht und unter Einbeziehung von Südtiroler Landesämtern, Verbänden und Unternehmen recherchiert. Ein Ergebnis des Projekts ist der „Klimareport Südtirol“. Er wurde am 23. November 2011 an der EURAC erstmals vorgestellt.
In Bozen ist die Durchschnittstemperatur in den vergangenen 30 Jahren um rund 1,5°C gestiegen. Anhand von unterschiedlichen Klimaszenarien haben EURAC-Wissenschaftler berechnet, dass die Jahresdurchschnittstemperatur in Südtirol bis zum Jahr 2050 bis zu 2,7°C ansteigen wird. Das bedeutet, dass wir in Zukunft mit weniger Wasser und mehr Hitze rechnen müssen – mit welchen Folgen? In der Landwirtschaft z.B. hat sich die Apfel- und Traubenernte zeitlich nach vorne verlagert, und der Anbau ist in immer höheren Lagen möglich. Gleichzeitig müssen wir uns vermehrt auf Extremereignisse wie Starkregen, Muren und Stürme einstellen. Dies sind nur einige Erkenntnisse aus dem „Klimareport Südtirol“, der ein Ergebnis der dreijährigen Forschungsarbeit ist, die von Wissenschaftlern der EURAC-Institute für Angewandte Fernerkundung, Alpine Umwelt, Regionalentwicklung und Standortmanagement und Public Management vorangetrieben worden ist. Neben der Forschung führten die Wissenschaftler zahlreiche Experteninterviews sowie Workshops mit Vertretern verschiedener Südtiroler Landesämter, Verbände und Unternehmen durch. „Zum ersten Mal haben sich Experten aus verschiedensten Bereichen gemeinsam mit den Folgen des Klimawandels in Südtirol auseinandergesetzt. Der Klimareport ist Ergebnis eines großen Gemeinschaftsprojekts und fasst den regen Austausch zwischen Südtiroler Forschung und Praxis zusammen“, unterstreicht EURAC-Präsident Werner Stuflesser. „In erster Linie möchten wir mit dem Klimareport die Südtiroler Bevölkerung über die absehbaren Auswirkungen des Klimawandels in Südtirol informieren. Doch liegt uns auch daran, mit dieser Arbeit die gemeinsame Entwicklung einer übergreifenden Anpassungsstrategie an den Klimawandel anzustoßen. Denn die Folgen sind bereits spürbar und es gilt sich rechtzeitig vorzubereiten“, so EURAC-Wissenschaftler Marc Zebisch. Der „Klimareport Südtirol“ wendet sich an die interessierte Öffentlichkeit sowie an Entscheidungsträger in Politik und Verbänden. Darüber hinaus soll der Klimareport auch als Lehrmaterial an Schulen dienen, wozu vom EURAC junior Team noch spezielle Seminare für Mittelund
Oberschüler entwickelt werden. Der Klimareport kann kostenlos in deutscher oder italienischer Sprache bestellt werden unter press@eurac.edu oder 0471 055033. Die Online-Ausgabe gibt es unter www.eurac.edu/klimawandel. Das Forschungsprojekt zum Klimawandel in Südtirol wurde im Rahmen des Forschungsgesetzes 2006 der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol gefördert.
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