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"Nicht jeden Huster regeln"

Mit fast 100 Prozent (151 der 152 Stimmen) wurde Ernst Schöpf, der Langzeit-Bürgermeister von Sölden Anfang Juli zum neuen Präsidenten des Tiroler Gemeindeverbandes gewählt. "Aus gesundheitlichen Gründen meines Vorgängers Hubert Rauch wurde die Wahl notwendig. Ich habe Interesse und Spaß daran, mich für die kommunalen Angelegenheiten einzusetzen", erklärte Schöpf in einem Gespräch.
Schöpf saß von 1994 bis 2003 im Landtag und hat somit viel politische Erfahrung. "Ich werde kein lauter Präsident werden, weil ich meine Tätigkeiten nicht nach Zeilen und Sendeminuten bewerte. Mir geht es darum, mich im Hintergrund einzubringen."
Laut Schöpf geht es den Tiroler Gemeinden "lausig". Die Pflichtausgaben werden von Jahr zu Jahr größer und der finanzielle Spielraum für die Gemeinden wird immer enger. Das Bürgermeister-Dasein ist heute schwerer als früher. Die Arbeit wird jährlich mehr - vor allem wegen der vielen Gesetze. Daher wünscht sich Schöpf eine Arbeitsgruppe zur Gesetzesentrümpelung. "Es muss ja nicht jeder Huster geregelt werden. Braucht es wirklich ein Verfahren, wenn man in einer Gemeinde zwei Bäume fällen will?", so Schöpf. Nachdenken sollte man auch über die Bürgermeistergehälter und deren soziale Abfederungen: "Bürgermeister sind heute Gemeindemanager und für alles verantwortlich. Doch das spiegelt sich in den Gehältern nicht wieder. Außerdem haben Bürgermeister keinen Pensionsanspruch - das muss man ändern, sonst wird es künftig schwierig werden, geeignete Leute dafür zu finden".
Zur Frage: "sind sie mit der Landespolitik zufrieden?" antwortete Schöpf: "Ich kann nicht klagen, die Diskussion ist unaufgeregt und sachlich. Doch es gibt einige knackige Baustellen, die es zu bearbeiten gilt. Wie zum Beispiel die Bauplan-Mobilisierung. Wir müssen Möglichkeiten finden, aber ehrlich gesagt: Ich hab derzeit auch keine Lösung parat."

Quelle: Tageszeitung "Kronenzeitung" Ausgabe vom 9. August 2009, Seite 24